DerSchweiger
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11. September 2024 um 22:37 #245144
Beetlejuice Beetlejuice (Sneak Preview)
„Beetlejuice“ habe ich damals natürlich geschaut und gar nicht mehr so oft wiedergeschaut. Tatsächlich bloß 1-2 mal. Und trotzdem bleiben die Bilder im Kopf. Der Dämon Beetlejuice ist zeitlos, auch dank der hemmungslos wilden Darstellung Keatons, dazu das sehr skurille Setting, der Clash von normal und „Gothic Underground“. Böser, teils grenzüberschreitender Humor.
Tim Burton war damals eben noch gut (weil unverbraucht).Nach dem Trailer hatte ich schlimme Erwartungen. Ein Best-of der damaligen Gags und dazu seine Muse Ortega als Publikumsmagnet der jüngeren Generation. Aber wie ist er denn nun?….
Die Story, grob zusammengefasst, ist an sich richtig gut: Beetlejuice macht sich in die Hose, weil seine Ex (und gleichzeitig Grund seines Todes) in der Totenwelt Jagd auf ihn macht um ihn seiner Seele zu entledigen.
In der Welt der Lebenden haben drei Generationen an Frauen ihren ewigen Zank miteinander, der aber Zusammenhalt erfordert, als die Jüngste in ernsthafte Gefahr gerät.
Lydia Deetz (Geisterseherin aus Teil 1) benötigt in Folge die Hilfe von Beetlejuice, der hier zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen glaubt. Befreiuung von seiner Ex und endlich die Hochzeit mit Lydia.Leider, und das vorweg, muss man sich am Ende diese Story zusammenbasteln. Burton schafft es nicht, diese Elemente in ein stimmmiges, erzählerisches Ganzes zu packen.
Dabei verlässt er sich (zum Glück) auf die phantastische Welt der Toten, in der wir sogleich einen Charakter aus Teil 1 wiederfinden werden. Viele handgemachte Effekte bringen einen Riesenspaß, Burton spielt den titelgebenden Dämon wieder mit großem Spaß und enormer Präsenz auf der Leinwand (auch wenn seine Screentime arg begrenzt ist – dennoch länger als in Tel 1, glaube ich).
Das CGI bei seiner Ex (Monica Belluci) funktioniert noch ok, spätestens aber dann, wenn man das leider sehr schlechte Design des „Cops“ Willem Dafoe sieht.In der Welt der Lebenden verlässt man sich auf den „Selbstläufer“ Ryder/Ortega – zwei Generationen Goth Stars. Wow, muss doch reichen!
Im Grunde OK, hätten die zwei denn eine glaubhafte Bindung. Hier kommt eben das arg limitierte Spiel Ryders als größeres Ärgernis ins Spiel. Ortega selbst macht ihre Wednesday, hier und da ergänzt durch ein Lächeln. Ihre emotionalen Szenen müssen dann auch mit Hilfe von Dialogen erklärt werden – das ist leider etwas dünn.
Catherine O´Hara zeigt beiden dann, wie sich Skurilität und Emotionalität im Schauspiel vereinen lässt. Großartig ihr Moment im stillen Zwiegespräch mit Ryder.
Selbst eine Belluccie mit nur zwei Minuten Screentime wickelt das Duo mit links um den kleinen Finger.So haben wir dann von vier Hauptdarstellern zwei, die groß abliefern. Das kann einen Film tragen, würde man nicht so viele Nebenfiguren einbetten wollen. Hier hetzt man dann von einem Stichwort zum Nächsten. Schräg mutet hier tatsächlich Vieles an, aber sie fügen sich leider nicht in den Rahmen ein. Am ehesten hätte noch Arthur Conti in den Film integriert werden sollen. Leider dient er auch nur als „Türöffner“ um dann sang- und klanglos zu verschwinden. Justin Theroux als Ryders Partner spielt auch sehr gut, ist aber leider ohne wirklichen Inhalt geschrieben.
Tolle Momente paaren sich hier mit zahlreichen Skip-Momenten – das ist schade. Im Gedächtnis bleibt dann am Ehesten eine sehr schön inszenierte Hochzeit. Eine Totenwelt die wieder sehr schön anzuschauen ist, dazu einige sehr nette Pointen.
Die Probleme liegen in der Welt der Lebenden. Zu weitläufig die Szenerie, zu wenig Charme, absolut keine spürbare Bindung der Personen untereinander. Hier spielt das Original ganz klar in einer anderen Liga.
Und das ist es dann auch, was den Film nicht zünden lassen will. Ryder kann den Film nicht tragen, Ortega ist ihr da keine große Hilfe und die, die es könnten, sind beinahe eher Sidekicks.Bildgewaltig ist man hier unterwegs, und allein mit dem Intro zeigt Burton, dass er es doch noch drauf haben könnte. Der Humor ist nicht mehr so grenzwertig wie damals, böse ist man auch zu keiner Sekunde.
Dafür gibt es genügend Szenen, in denen man Spaß haben kann, der große Brüller ist dann aber auch nicht dabei.
Ob der Film das junge Publikum abgreifen kann? Im Kino gab es viel Geschwätz, zwei junge Herrschaften vor mir verbrachten die Zeit dann auch nahezu konstant am Smartphone. Natürlich auch nur eine Momentaufnahme – mag woanders natürlich gänzlich anders aussehen.Wieder viel Blabla für wohlwollende
6/102. September 2024 um 21:09 #245037Sleeping Dogs – Manche Lügen sterben nie (Sneak Preview)
Ex Cop Roy leidet an Alzheimer und unterzieht sich einer neuen, alternativen Behandlung – in der Hoffnung, seine Erinnerung wieder erlangen zu können.
Ein Puzzle soll helfen, sein Gehirn wieder auf die Sprünge zu helfen.
Nun erreicht ihn beim erfolglosem Puzzlen ein Anruf aus dem Gefängnis. Ein vor 10 Jahren geständiger und zum Tode verurteilter Mann bittet Roy um ein Gespräch. Weil er sich an nichts erinnern kann, macht sich Roy also auf dem Weg.
Der Mann erzählt ihm nun, dass kürzlich ein Mann Recherchen über den Mordfall aufgenommen habe um sie für einen Roman zu nutzen. Roy solle doch mal bitte mit ihm sprechen…Ab hier will der Film kreativ sein, Wendungen und Wirrungen einbauen, die der Zuschauer unmöglich(!!) vorhersehen könne. Tatsächlich aber ist man nach knapp 20 Minuten des Rätsels Lösung sehr nah, denn Hinweise um mögliche Twists werden lautstark in die Kamera gesprochen – bei Bedarf auch mehrfach. Clever!
Die Versatzstücke des Films ähneln in vielen Belangen Vorbildern des Film Noir, erreicht sie aber zu keiner Sekunde. Schöne Bildideen werden durch teils miese Kameraarbeit zunichte gemacht.
Russell Crowe als Roy ist dann auch leider der Einzige im Bund der Schauspieler, die hier ein bisschen Motivation mitgebracht haben. Er macht es zu keiner Sekunde so gut wie in seiner Prime (Beautiful Mind), aber immer noch ok. Er hält den Zuschauer bei Laune, auch wenn früh dämmert, was da eigentlich Sache ist.Alle anderen Figuren / Darsteller sind maximal eindimensional in ihrer Tiefe und ihrem Können. Die Gefühle eines nicht unwichtigen Nebendarstellers müssen dann auch mal aus dem Off erklärt werden – sein Schauspiel hätte es uns nie verraten können.
Man schweift in eine schlecht erzählte Menage-a-trois ab, in denen dann auch der Schnitt zuweilen wirklich deplaziert wirkt.Es passt ins Bild, dass so gar nichts ins Bild passen will – bis man dann eine Auflösung serviert bekommt, bei der man sich fragt, wofür man bitte 110 Minuten lang hergehalten wurde.
Und doch (jetzt wird es witzig) lässt sich der Film ganz gut weg gucken, trotz einiger Längen im letzten Drittel. Sei es meinem Wohlwollen gegenüber Crowe zugrunde liegen, vielleicht auch dem Plot, der zwar schwergewichtig daherkommen möchte, aber Federleicht durch das Bild fliegt.
Menschen sterben und es ist völlig egal, ein(e) Mörder(in) fliegt auf und … naja, hatte ich schon angedeutet.Inhaltlich murks, schauspielerisch mit viel Luft nach oben (gegen „Something in the Water“ aber immer noch großes Kino!), Bild+Schnitt an einigen Stellen auffallend hastig dahingekleckert.
Dagegen ein Crowe, der zumindest die Sympathie für den Film aufrecht erhält. Wer mit ihm als Schauspieler nichts anfangen kann, der sollte dann besser einen weiten Bogen machen.
Da verabschiedet sich ein weiterer, ehemals Großer des Kinos, in belanglose Rollen (gut, die Miete will ja weiterhin bezahlt sein + wenn es Starthilfe für neue Regisseure sein soll, kann ich dafür immer noch den Daumen heben)4/10
25. August 2024 um 01:45 #244921@shane54 Ja stimmt, daran kann ich mich erinnern
Und wo ich es nochmal lese: „Bringt noch 2-3 Sprüche zum Klimawandel, das lässt uns seriös wirken!“24. August 2024 um 21:50 #244916Something in the Water (Sneak Preview)
Meg und Kayla sind ein Paar. Während einem nächtlichen Nach-Hause-Weg durch die dunklen Unterführungen nahe Manchesters werden die zwei Opfer einer Clockwork-Orange-Frauen-Gang. „Iieeh! Lesben!“ Zack Bumm wird Meg verprügelt.
Die Zeit vergeht, Meg findet trost bei einer Selbsthilfe-App „Atme tief ein, atme aus“ (was, entgegen der Erwartung aus dem Trailer, ausschließlich hier gezeigt wird) und fliegt zur Hochzeit einer Freundin in die Dominikanische Republik.
Dort begegnet sie (welch Zufall) der ebenfalls eingeladenen Kayla. Stress liegt in der Luft, doch am Ende der ersten Taxifahrt ist offensichtlich, dass die Kluft doch nicht so tief ist, wie sie vermittelt werden will.Dennoch ist die hochzeitsgesellschaft um Cam, Lizzy und Ruth äußerst bemüht, Meg und Kayla wieder „zusammen zu bringen“.
Kurzerhand werden sie am Strand einer einsamen Insel ausgesetzt. „Wir warten auf der anderen Seite“ – tja, und damit ist im Grunde beinahe die gesamte Dramaturgie des Films erzählt.
Nachdem die zwei in Rekordzeit wieder zueinander gefunden haben, schwimmen sie auf die andere Seite der Insel (wozu auch laufen?) um dort mitanzusehen, wie Ruth (knietief im Wasser stehend) von einem weißen Hai das Bein zerissen bekommt.Es folgen die üblichen handwerklichen Zutaten: Ab ins Boot, Boot geht kaputt, ab ins Wasser, Hai kommt, Mensch geht, Mensch redet, Hai kommt wieder…
Ab und an trifft man einen Vetreter des Genres, der gut anzuschauen ist. Meine letzten Bekanntschaften waren allerdings eher mäßig (The Requin, Shark Bait und Im Wasser der Seine).
Something in the Water weiß hier aber zielsicher eine weitere Grenze zu unterschreiten.
Ähnlich wie in „Shark Bait“ sind die Charaktäre schwer auszuhalten. Das Schauspiel ist grottig! Das Drehbuch scheint in großen Teilen aus „Dann lauft ihr am Strand – vielleicht fällt euch ja was ein, dass man da sagen könnte“ oder „Du bist die immer witzige – lass dir doch in jeder Szene mal einen coolen Spruch einfallen!“
Gesagt, getan… und das taugt wirklich gar nichts.Als die verbleibenden Mädels im Wasser treiben ist doch eigentlich der Moment, wo man um die Figuren bangt und hofft. Hier nicht eine einzige Sekunde. Wer nicht gefressen wird und trotzdem stirbt, hat merkwürdige Motive dies zu tun.
Und am Ende siegt die Liebe über den tollwütigen Hai.86 Minuten dauert der Zauber und ließ mich zweimal auf die Uhr schauen. Eieiei, ich würd ja gern – aber sowas sollte kein Lob erfahren.
Ach doch: Die DomRep sieht schön aus, hier und da gibt es ein Bild, das wirklich gut eingefangen ist. Ende des Guten.2/10
24. August 2024 um 21:22 #244914It ends with us – Nur noch ein einziges Mal (Sneak Preview)
Lily ist kürzlich nach Boston gezogen, um dort ihren Traum von einem eigenen Blumenladen zu verwirklichen. Auf dem Dach eines Hochhauses lernt sie Ryle kennen. Gutaussehend und, wie sich schnell heraus stellt, reich. Nach kurzem Geplänkel bittet er sie kurzerhand um Sex, sie „Nein!“, er „Doch“, sie „Ja gut….“ Die Weichen sind gestellt, auch wenn Ryle kurzerhand zu einer Not-OP ins Krankenhaus gerufen wird.
Es kommt, wie es kommen muss: Lily kauft einen kleinen Laden, schwuppdiwupp taucht die quirlige, reiche und gelangweilte Allysa auf, die den Laden auch hätte kaufen wollen… ach, dann arbeitet sie doch einfach für Lily.
Einen weiteren Zufall gefällig?
Allysas Bruder ist… tadaa!! Ryle will diesen Zufall natürlich nutzen, um Lily klar zu machen. Die zeigt sich ihm stets aufreizend, lieblich flirtend und herausfordernd. Dass sie ihn nicht „will“ glaubt niemand im Kino.
Dann will sie ihn doch, heiratet ihn und trägt durch tragische Unfälle im Haushalt stets markante Wunden mit sich.Niemand mag so recht glauben, dass sie tatsächlich bloß die Treppe runtergefallen sei… und als Lilys Jugendliebe unverhofft auftaucht, scheint das große Gefühlschaos komplett zu sein…
Gewalt in der Beziehung / Ehe hat man schon in dem einen oder anderen Film gesehen. Mal besser, mal schlechter.
„It ends with us“ will mit den Großen tanzen, das macht die Optik von Minute eins an klar.
Und tatsächlich: Blake Lively als Lily und Justin Baldoni als Ryle funktionieren sehr gut miteinander. Und vermutlich weil man glaubt, nur der Pöbel sei zu Gewalt fähig, ist hier alles auf Hochglanz poliert, alle sind reich niemand muss sich um irgendwas Sorgen machen.
So glatt wie die Fassade, so platt sind dann leider auch die Dialoge. Uiuiui… das tut in der einen oder anderen Szene schon beinahe weh. Dabei ist Lily in ihrer Sprunghaftigkeit schwer zu verfolgen. Aber das kann man durchaus als Pluspunkt verbuchen.
Die innere Zerissenheit, den eigenen Partner nicht der gezielten Gewalt zu verdächtigen und es möglicherweise besser zu wissen, gibt für Außenstehende nunmal immer ein merkwürdiges Bild ab.„It ends with us“ hat einige Wendungen, die tatsächlich gut komponiert sind, ruht sich aber zu sehr auf dem üblichen RomCom Feeling aus. Dass Lilys Jugendliebe als ritterlicher Retter zur Seite springt ist leider fad, auch wenn hier die Beziehung beider zueinander glaubhaft gespielt wird.
An den Schauspielern liegt es also nicht, dass „It ends with us“ nicht final zünden will.
Für den Faktor RomCom sind die Pointen nie auf dem Punkt, selten humorvoll, ständig konstruiert. Für das sensible Thema „häusliche Gewalt“ glaubt man zwar viel Zeit zu investieren, legt dabei aber zu sehr den Fokus auf Lilys Wahrnehmung (was im Grunde noch OK ist), um anschließend den „Oha“ Moment seicht und „Lasst uns doch alle Freunde sein“-mäßig ausklingen zulassen.
Geschichten die das Leben schreibt? Ja, wahrscheinlich.
Aber wie macht man im Kino aufmerksam und rüttelt auf? Oberflächlich, ohne Blick in die Tiefe, jedes Aua schick und stylisch aufwertend? Auch vielleicht.
Mir „gefallen“ in diesem Zusammenhang dann doch lieber Kaliber wie „Der Feind in meinem Bett“ u.a. – wobei ich aber auch zugeben muss, dass dieses Genre nicht mein Bevorzugtes ist.„It ends with us“ ist schön anzusehen, bietet über sehr weite Strecken Videoclip-Ästhetik vom Feinsten. Die drei Hauptdarsteller funktionieren gut und glaubhaft – einzig die Dramaturgie und das Storytelling sind arg verbesserungswürdig.
Final kein Totalausfall, aber ein Film mit verschenktem Potential.
6/1011. August 2024 um 23:10 #244369Cuckoo (Sneak Preview)
Vor dem Filmstart fragte eine Kinomitarbeiter das Publikum, ob man bisher mit der Filmauswahl zufrieden sei. Einige Befürworter, viele mit dem Tenor „Naja…“. Ob die nächsten Filme denn besser sein sollten? Ja gut, das kann ja schwer ernst gemeint sein
Als regelmäßiger Sneaker bekomme ich bei solchen Ansprachen Schmetterlinge im Bauch. Wird der Film heute ein Spezieller sein?
Schauen wir mal….Nach dem Tod ihrer Mutter gelangt Gretchen aus den USA zu ihrem Vater in den Bayrischen Wald. Dieser hat seit Jahren eine neue Familie, der neben seiner Frau auch eine (stumme) Tochter zugehört.
Das findet Gretchen überhaupt nicht lustig. Dazu kommt der übergriffig wirkende Herr König, der der Familie einen Bungalow auf seinem Wellness-Kur-Wasauchimmer-Komplex bereitstellt.
Ehe sie es sich versieht, ist Gretchen auch schon für den Empfangsbereich des Ressorts angestellt… und schwuppdiwupp scheinen sich merkwürdige Dinge aufzutun.Schicken wir es vorweg: Skurrile Typen gibt es hier an jeder Ecke. Damit muss ich mich dann so langsam anfreunden – hier gelingt es mir tatsächlich etwas besser als in Filmen der jüngeren Vergangenheit.
Die Story an sich ist Quatsch mit Soße, aber völlig ok, solange sie sich irgendwie treu bleibt. Das gelingt den guten Horrorfilmen dann ja schon, „Cuckoo“ hat hier aber leider arge Probleme mit dem Drehbuch und den Dialogen (meine Herren, sind die unterirdisch!!!).
Inszenatorisch ist der Film dagegen sehr häufig eine Augenweide!
Das Schwarz der Nacht ist dunkel und ohne Flecken. Die inszenierten Schreckmomente sind recht häufig großartig inszeniert –
man schaue sich die Szene auf dem Fahrrad an! Auch der (leider zu wenig) inszenierte Schrecken am hellen Tag ist teils wunderschön dargestellt. Einzig lässt man hier das finale Timing vermissen. So schwirren düstere Momente leider allzu schnell in „Hahaha“-Momente über. Und ja, das kann gelingen, aber plump reinplaziert ist dann leider keine gute Lösung.
Auch die „Verkleidung“ des Monsters ist – milde gesagt – ulkig.Gretchen ist dann in Summe auch die einzige „lebende“ Figur im Film. Ihre Entwicklung ist (mit einigen Ausnahmen) stimmig und nachvollziehbar. Besonders schön ihre Reaktion, als Herr König den Eltern esoterischen Dummbatz erzählen möchte und sie diese darauf aufmerksam machen möchte, dass hier absoluter Quatsch vom Stapel gelassen wird.
Das kann man gerne auch als „Meta“ betrachten. Ich nehme es aber ihrer Figur ab und mochte den Moment sehr.
Auas tun Gretchen weh, eine Eigenart, die es auch nicht immer zu sehen gibt.Das Aber: Dialoge, die schon beinahe schmerzen. Eine Exposition zu Beginn des Films, die schlechter nicht sein kann (vielleicht ja auch „Meta“, nur kann ich das hier nicht wirklich erkennen). Ein Kuddelmuddel an „Wendungen“ und Verbündeten. Der Showdown ist das leider wirklich sehr schlecht – obwohl: Nehmen wir die Figuren, ihre Dialoge und die „Wirrungen“ als humorvolle Note, dann ist diese eben überspitzt entgegen der Erwartungen gesetzt. Clever? Kann sein, ich mag es einfach nicht.
Mit gut 100 Minuten ist der Film nur ein wenig zu lang. Einige, sich wiederholende Effekte, hätten gestrafft werden dürfen, die eine oder andere Szene hätte auch gestrichen werden können.
In Summe bin ich mit der Darstellung des Films zufrieden. Hunter Schafer als Gretchen rockt die Nummer, alle anderen bleiben mindestens eine Niveaustufe drunter (Dan Stevens als Herr König vielleicht ausgenommen, wenn man seine Parodie annehmen möchte).
Teils fühlte ich mich in der Schreckensbildung an „From“ erinnert, das Niveau des Horrors (zumindest aus Staffel 1) wird hier trotz guter Tendenzen nicht erreicht (weil es eben in Summe kein Horror sein soll?).5,5/10
Zurück zur Anfangsfrage: Sollen in Zukunft „bessere“ Filme laufen? Kann ohnehin kein Mensch beantworten. Man stelle sich vor, es hätte seinerzeit „Dune (2)“ gelaufen… damit wäre ich nicht glücklich geworden.
Andererseits denke ich immer noch Freude an Perlen wie „The Peanut Butter Falcon“, die ich ohne die Sneak vermutlich nie gesehen hätte. Insofern: Alles gut, auch wenn mich die wenigsten Filme vor Freude aus dem Sitz holen.
Und solange Sch****e wie „Doggystyle“ nur alle Schaltjahre läuft, geht man ja auch immer mit Freude hin.2. August 2024 um 22:37 #244196Longlegs (Sneak Preview)
Der Film scheint schon vor Release hohe Wellen geschlagen zu haben. Ich gebe zu, nichts davon erfahren zu haben.
So hatte man z.B. in allen Trailern und Teasern darauf verzichtet, das Gesicht des Schurken zu zeigen… uh, spannend! Der muss ja gruselig aussehen.Unverhofft ploppte dann diese Woche dieser Film in der Sneak auf und erwischte mich mit gewisser Vorfreude. Klar, jeder Film nennt sich inzwischen der „beste“, „schockierendste“, „verstörendste“, „blabla“ Film aller Zeiten. Mir blieb dabei das Prädikat, bester „Horror-Thriller seit ´Schweigen der Lämmer´ bzw. ´Sieben´ “ zu sein, hängen.
Selbst wenn der Film knapp drunter landet, ist er noch sehr gut… also los!Das FBI ist ratlos. Ein Killer bringt Familienväter dazu, dessen Familien und sich selbst zu töten. Am Tatort bleibt nur ein verschlüsselter Brief zurück (dessen Optik stark an den Zodiac Killer erinnert). Keine Fingerabdrücke, keine Einbruchsspuren… was ist da nur los?
Agentin Lee Harker fällt schnell dadurch auf, eine „hellseherische“ Tendenz haben. Ob ihre Mitarbeit der Schlüssel zum Erfolg sein wird?
Agent Carter wird ihr Co-ermittelnde Vorgesetzter. Und tatsächlich knackt Harker rasch den Code des Killers…Das Ding mit hohen Erwartungen ist zum Ende, dass man das Ergebnis mit hohem Anspruch bewerten muss.
„Longlegs“ darf in kaum einer Hinsicht als „bester“ irgendwas beworben werden. Einzig die Kamera und die Szenenbilder wissen sehr zu gefallen. Ein Moment des Films (etwa zu Beginn des zweiten Drittels) müsste sich hervorragend als Poster machen.Ein (möglicherweise sehr subjektiver) Kritikpunkt ist das schlimme Überzeichnen von Figuren und Momenten. Harker ist die meist stoische, emotionsarme und schrullige Agentin, die für Zwischentöne nicht zu haben ist. Das wird in dem einen oder anderen Moment dann auch zum Comic Relief genutzt. Sehr schade, ein Film mit diesem Anspruch sollte das nicht nötig haben.
Was uns zu Nicolas Cage führt: Junge! Ist das ätzend! Die Maske schrecklich… nun versteht man, warum man damit nicht in die Werbung gegangen ist. Kann doch nicht wahr sein!
Über sein schlimmes Overacting ist man in der Filmwelt ja durchaus geteilter Meinung. Ich mochte ihn in Filmen, wo er einigermaßen geerdet spielt („8mm“, die „Vermächtnis“ Filme, „2 Millionen Dollar Trinkgeld“, „Knowing“). Das Fratzentheater wusste ich nie zu schätzen. Was er hier „leistet“ werden demnach einige Zuschauer in den Himmel loben (was für mich natürlich absolut ok ist -bitte nicht missverstehen), für mich ist das einfach rotzfrech und ohne jedwede Charakterbindung gespieltes Laientheater.Das größte Übel des Films ist aber seine Durchschaubarkeit. Möglicherweise ist es der Fluch, viele Filme gesehen zu haben, aber ehrlich: Lee´s Rolle in dieser Geschichte ist doch so offensichtlich in jede Szene gezimmert!
Nun gut, nachdem sich der Film von seinen eigenen Regeln gelöst hat (deshalb leiert man die eine Stunde lang runter), ist er tatsächlich undurchschaubar – aber auf negative Weise. Wieso passiert nun dies, macht Person X das, etc.
Die finale Erklärung ist simpel und dumm. Kaum zu glauben, dass das jemand so durchgewunken hat.OK, das mag harsch klingen. „Das erste Omen“, „Exorzist: Zwei Mädchen in Gefahr“ und andere „Horrorfilme“ reiten zuletzt wieder vermehrt auf einer ähnlichen Bühne. Und selbst hier, wo das Kernthema noch schlüssig im Mittelpunkt stehen dürfte, scheint es nicht mehr richtig zu greifen.
Warum sollte man dann bei „Longlegs“ zum Ende hin sagen: „Ach so? Ja klar, voll cool!“.
Nein, leider klappt das nicht.„Longslegs“ gewinnt durch die Optik, und Zuschauer, die skuriele Charaktäre im ernsten Gewand mögen, werden hier auch auf ihre Kosten kommen. Erwartet man „normale“ Ermittler (wie bei den Lämmern und Sieben), bei denen man auf der spannenden Mörderjagd mitfiebert, könnte man rasch enttäuscht werden.
Diese Charaktäre können in einem gewissen Rahmen durchaus funktionieren (so zuletzt gesehen in „Love lies bleeding“ – auch wenn ich dem Film eben diese Charaktäre vorwarf), hier findet man aber nie den richtigen Ton, um sie wohlwollend einzusetzen.Genausowenig wie „Das erste Omen“ so gut wie das Original sein konnte, kann „Longlegs“ ein guter (Horror)Thriller sein.
Manchmal steckt der Fehler im Detail, hier schreit er einem förmlich ins Gesicht.4/10 (auch wegen „bester“ Marketingversuche)
2. August 2024 um 21:56 #244194Zwei zu eins (Sneak Preview)
1990: Ein Ort in der (noch) DDR. Die Wende zeigt in den ersten Minuten einzig Verlierer – stundenlanges Warten auf dem Arbeitsamt, weil mit dem Staat auch der Arbeitgeber Geschichte sein wird.
So geht es auch Maren und Robert. Macht nix, man sitzt ja sonst auch nur vor dem Wohnblock, hört dem alten Nachbarn beim Gitarre spielen zu und genießt das Leben.
Dann kommt Volker zurück. Einst Verehrer (und mehr?) von Maren, dann flüchtete er in den Westen. Empfangen wird er mit kernigen Sprüchen, darf sich aber selbstredend dazusetzen.
Und mit Volker zieht auch bald der kapitalistische Gedanke in den Wohnblock ein – denn in einem alten, unterirdischen Lagerkomplex finden sie abgelegte Ost-Mark in Hülle und Fülle. Da nimmt man sich ein paar Taschen mit, um sich zumindest mal für eine Minute wie ein Millionär zu fühlen, denn freilich wurde das Bankguthaben schon in Westmark getauscht.
Doch dann erkennen die drei eine Lücke im Währungssystem und es lockt der Geldsegen…Schon seit Wochen hängt in unserem Kino das Plakat zum Film aus – und es war klar, dass er denn auch in der Sneak auftauchen würde.
Schaut man sich den Cast an, kommt ein Gefühl der Hoffnung auf. Das könnte doch was werden… alsbald erkennt man hier aber ein Lobgesang auf den Sozialismus. Mensch, war es in der DDR doch schön! Dann kam der böse Westen mit seinem superbösen Geld und schwupps war alles im Eimer.
Das mag in gewisser Weise Sinn ergeben, so wurden ja auch bereits kurz nach der Wende Stimmen aus beiden Richtungen laut, die diese Zusammenführung heftig kritisierten. Tja, Geld kennt eben keine Freundschaft!„Zwei zu eins“ hat durchaus charmante Momente, denkt aber als Film nicht über den Tellerrand hinaus.
Selbstheilende Erkenntnisse könnte das Drehbuch aus sich selbst ziehen, möchte aber lieber die „falschen“ Schlüsse ziehen. Schauspielerisch macht man (bei mir) wenig Freunde. Emotionslos, unlustig, unspannend – böse Zungen würden sagen: Typisch deutsch.
Gut ist der Film einzig in den Momenten, in denen die Bewohner des Wohnblocks kreativ mit dem gefundenen Geld umgehen. Alles andere drumherum ist schon beinahe Kindergarten: Die wortgewandte Omi soll das Geld bewachen, schläft aber natürlich jedes mal dabei ein und hinterher fehlt ein Batzen „neues“ Geld. Omi als Wache austauschen? Ne!! Wir sind doch nicht bekloppt! Thema totschweigen, wird schon….
Und so wird mit ziemlich allen Problemen umgegangen. Schlimm!Spannend kreierte Szenen (der Lagerkomplex wird natürlich von NVA Soldaten bewacht) werden mit Gaga-Szenen aufgelöst… da haben ja die „Pfefferkörner“ mehr Mut zur Spannung.
OK, Kopf aus, ein paar kernige Ost-Zoten anhören und Menschen beim Diebstahl zuschauen (ach ne, man will den Ostbürgern ja nur das zurückgeben, was der böse Westen gestohlen hat), dann hat man durchaus etwas Sehfreude.
Irgendwann aber wird man mit den zwei Stunden Spielzeit zu kämpfen haben… denn Abwechslung im Film… nein. 30 Minuten weniger und man müsste den Film zumindest nicht „langweilig“ schimpfen.,Tja, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben diese Träumer immer noch auf ihrem Lummerland.
Schwer zu ertragende 4/1013. Juli 2024 um 00:22 #243875I.S.S. (Sneak Preview)
Nachdem sich vorige Woche die USA und Russland ein heißes Rennen um den Mond geleistet haben, befinden wir uns nun in der täglichen Routine einer Raumstation in der Erdumlaufbahn.
Astronautin Kira beginnt ihren ersten Aufenthalt auf der I.S.S. Ihr Kollege Christian hat schon mehr Erfahrung gesammelt.
Der dritte Amerikaner auf der Station ist Gordon und erwartet seine Lands“männer“.
Die übrige Besatzung besteht aus drei russischen Kosmonauten, ebenfalls zwei Männer, eine Frau.
Man freut sich, zeigt Kira rasch die Basis und ihren künftigen Arbeitsplatz und singt abends zu „Wind of change“.
„Hat man einmal im All die Erde gesehen (in diesem Ausguck), dann versteht man die Menschheit ohne ihre Grenzen“ heißt es sinngemäß. So schlicht schreibt man Völkerverständigung.
Am nächsten Tag jedoch geschehen merkwürdige Dinge auf der Erde und auf der I.S.S. ist plötzlich alles anders!Je detaillierter man den Film nacherzählen möchte, umso plumper erscheint einem die Spiegelung der Nationen. Vernunftbegabt die Eine Seite, barbarisch anmutend die durch Pflichtbewusstsein ausgedrückte „Liebe“ zum eigenen Vaterland auf der anderen Seite.
Mit dieser flachen Prämisse darf man sich dann auch nicht wundern, wenn die Dinge sich so entwickeln, wie sie es nunmal tun.
In der Summe aber durchaus eine Geschichte mit Potential.
Timing und Feinheiten im Miteinander der Figuren hätten durchaus besser sein können.
Auch die klaustrophobisch anmutende Kulisse der beengten Raumstation wird nie so beklemmend, wie es hätte sein können.
Andererseits war ich noch nie auf I.S.S. und stelle hier nur Vermutungen anNicht jeder Effekt außerhalb der Station weiß zu begeistern, die Bilder in der I.S.S. wirken dabei aber stets stimmig (wenn auch etwas zu weiträumig). Der Cast spielt in den Engen ihrer Rollen gut.
Besonders stark fand ich die Bilder der Erde.*Spoiler* Die brennenden Länder nach den Raketeneinschlägen sehen beeindruckend aus und bilden die eigentliche Bedrohung hinter dem Geschehen ab. Der Weltraumspaziergang eines Astronauten ist hierduch sehr schön anzusehen.*Spoiler Ende*
Während dem Schauen hatte ich einen Moment den Gedanken, dass man es sich mit ausschließlich Amerikanisch und Russischen Weltraumfahrern schlicht zu einfach macht. Die Besatzung der I.S.S. hielt ich für internationaler als hier dargestellt.
Ein kurzer Blick auf Wikipedia aber zeigt die aktuelle Besatzung der Raumstation…. ups, Russisch und Amerikanisch.Und trotz aller Wenn und Aber lässt sich der Film gut wegschauen. In Punkto Stimmung unterhält er mich deutlich mehr als die Stimmungsschwankungen Hits „Killer Romance“, „Love lies bleeding“ und „To the Moon“, denen etwas mehr roter Faden in die eine oder andere Emotionsschiene gut gestanden hätte.
Manchmal sind es also die einfachen Dinge, die zupacken können.
Sieht man über einige Schwächen hinweg (was mir dieses Mal ganz gut gelungen ist), erhält man gute 90 Minuten lang solide Unterhaltung. Wer sich hinterher etwas mehr Spannung erhofft hätte, mag damit sogar Recht haben…6,5+/10
4. Juli 2024 um 22:30 #243592Das erste Omen (Disney+)
Beinahe hätte ich den Film im Kino gesehen. Weil meine Begleitung aber im letzten Moment absagte, hatte ich dann keine große Lust mehr und stornierte beide Tickets.
Als ich hinterher die teils sehr guten Kritiken hörte, schmollte ich eben eine Weile, bis ich ihn nun streamen konnte.Das Intro ist saustark! Optisch ein Genuss. Der Versuch, die klassischen Zoomfahrten der 70er zu imtieren misslingt leider ein wenig, aber es sieht immer noch gut genug aus, um sich wohlig im Sessel zurückzulehnen.
Dabei hat diese Szene auch den „Schockeffekt“ des Films für mich. So gut…Dann begegnen wir der Protagonistin und erfahren eine Geschichte, um die man (zugegeben) nicht unbedingt gebettelt hatte.
Aber halb so wild! Wenn man die Stimmung des Intros so fortsetzen kann, dann wird das wirklich ein Brüller.
Tja, aber dann machen die Menschen den Mund auf und alles klingt so merkwürdig „blablabla“. Die Dialoge sind teilweise eine Frechheit, die Charakterzeichnung der Figuren im Grunde auch. Viel zu früh wird in diesen „bedeutungsschweren“ Gesprächen zwischen den Zeilen das Finale herbeibeschworen. Überraschend ist die Wendung dabei nicht zwingend (OK, gilt für Filmerfahrene Zuschauer. Für die, die erste Filmerfahrungen sammeln, sieht es natürlich anders aus).„Boa! Und dann die Szene! Weißte? Weißte? Wo die Geburt…“ ja, Tatsache. Eklig. Wollte ich das sehen? Eher nicht, andererseits wollte ich Jeff Goldblum auch nicht dabei zusehen, wie er sich als Fliegenmann die Fingernägel ausreißt. Also doch ein genialer Twist?
Ansichtssache. Mir hätte eine unheilvolle Stimmung besser gefallen, als etliche Jump-Scares und Bodyhorror (wobei mir der Autounfall zugegeben sehr gut gefallen hat).Wäre ich ins Kino gegangen, wäre ich nicht so sehr an die Decke gesprungen wie damals, als ich das Remake vom „Friedhof der Kuscheltiere“ schaute – einen Hype um den Film hätte ich allerdings nicht erkennen können.
So wie nun auch, wobei ich hier etwas entspannter sitze, denn das Geld für die Kinokarte habe ich ja gespart.„Das erste Omen“ ist leider nicht so gut, wie ich ihn mir erhofft hatte. Nach einem sehr sehr guten Start flacht das Ding zusehends ab. Schreckliche Dialoge und Charaktäre, die flacher sind, als mancher Mensch die Erde vermutet.
Optische Leckerbissen gelingen wenige, auch wenn das Setting zuweilen sehr schön in Szene gesetzt ist.
Spannend ist irgendwann leider nur noch die Frage, wie lange man noch hinsehen muss…Würde ich meiner Enttäuschung Punkte verleihen, würde der Film schlecht abschneiden. Objektiv ist er dann noch ok, auch gemessen an dem Horroreinheitsbrei, der zuweilen serviert wird.
Fazit: „Das Omen“ gucken und alle anderen Filme danach vernachlässigen.5/10
4. Juli 2024 um 22:08 #243588To the Moon (Sneak Preview)
Cole hat alle Hände voll zu tun. Ihm und seinem Team obliegt es, den ersten Menschen auf den Mond und zurück zu schicken. Ein heißes Wettrennen mit den Russen erlaubt dabei keine Fehler.
Zu dumm, dass unter seiner Regie drei Astronauten während einer Simulation in ihrer Kapsel verbrennen.
Der gute Ruf der NASA ist dahin, dazu ist der Vietnamkrieg in den Köpfen der Amerikaner präsenter.
Ein gutes Image muss her, und das soll die Marketing-Expertin Kelly herbeizaubern. Und sie erkennt schnell: Es sollten nicht nur Astronauten, sondern auch Marken ins All geschossen werden…Den Trailer zum Film konnte ich auf einigen Online-Plattformen erfolgreich skippen. So wusste ich im Grunde nicht sehr viel über den Film, außer, dass die Amis eben zum Mond wollten.
Ob es ihnen am Ende gelingt oder nicht, dürfte dabei kein Spannungselement sein. Außerdem gab es in den letzten Jahren einige andere Filme, die den Flug zum Mond aus verschiedenen Perspektiven ins rechte Licht rückten.Und wie will man hier die Leute ködern? Vor dem Film freute ich mich auf Scarlett Johansson, die Besetzung von Channing Tatum nahm ich mit Skespis wahr. Dabei macht Tatum die Dinge recht gut, wohl auch, weil er seine Rolle – bis auf in wenigen Ausnahmen – stoisch spielen soll. Trotz (oder wegen?) seiner Reserviertheit machte er einen guten Eindruck auf mich.
Johansson dagegen spielt einen Charakter, der mich zur Weißglut bringen würde, würde ich ihr begegnen – letztlich spricht das wohl für ihr Talent.
Sie beide sind es dann auch, die den Film tragen müssen. Das klappt, solange sie sich kappeln und Kelly eine unsinnig anmutende Aktion an die andere reiht. (Hoffentlich soll hier keine Romanze entstehen…. da würde die Stimmung wirklich abkippen).In den Nebenrollen sind Ray Romano (toll) und Woody Harrelson (die übliche „ich nehme dann mal das Geld!“ Darbietung). Andere, kleinere Nebenrollen, funktionieren gut bis nicht ganz so gut.
Optisch macht man hier nicht viel verkehrt, die späten 60er springen dann allerdings nicht so offensiv in die Kamera wie in manch anderen Filmen, die diese Zeit wiedergeben.
Kein Gag wird zum Brüller, aber den einen oder anderen Schmunzler gibt es dann doch.
Der Soundtrack ist gut gewählt, das Make-up schrecklich!
Möglicherweise gewollt, aber Johansson sieht aus wie eine 50jährige, die auf 30 geschminkt wurde. Auch Tatums Make-up springt in manchen Szenen arg unangenehm in den Fokus.
Übertrieben wurde auch der kurvige Look Kellys – davon ausgehend, dass sie ebem genannte 50jährige auf 30 getrimmt sei. Oder ich übersehe da einfach eine Metapher, auch möglich.Mit 131 Minuten ist „To the Moon“ eindeutig zu lang. Dazu ist der Film auch merkwürdig gewichtet, die einzigen Spannungselemten sind die, als Armstrong bekannt gibt, noch ein paar Sekunden länger landen zu müssen… oh Schreck!! Hoffentlich wird das was!
Insgesamt ein Film, der sicher einen interessanten Fokus setzt, diesen aber emotionsarm runterspult. Zu lang und damit irgendwann auch langweilig, auch wenn man einige Figuren noch ein klein wenig weiter verfolgen möchte.
Irgendwie nix Ganzes, aber auch nix Halbes. Hätte ich mit Johansson „connecten“ können, wäre für mich sicher mehr drin gewesen.
So sind es immerhin noch6/10
1. Juli 2024 um 14:13 #243536Love lies bleeding (Sneak Preview)
Der nächtliche Sternenhimmel liegt tief über einer Stadt in New Mexico Spärische Klänge lassen vermuten, dass hier irgendetwas nicht stimmt, oder bald nicht mehr stimmen könnte…
Lou „arbeitet“ in einem Fitnessstudio und vertickt heimlich Anabolika um sich das Gehalt etwas aufzubessern.
Ihre Schwester Beth wird von ihrem Mann regelmäßig verprügelt – wahre Liebe hält die beiden aber aneinander.
Dann kommt Jackie, eine obdachlose Bodybuilderin, in die Stadt. Sie möchte zur Ms. Universe nach Las Vegas und will sich im kleinen Kaff ein paar Dollar verdienen. Und nebenbei noch die Musekln stählen, schließlich will man in Vegas gut aussehen.
Zwischen ihr und Lou funkt es bald, Dinge geschehen und dann geschieht noch mehr…Der Film bietet ein großartiges Setting und wunderbare Kameraeinstellungen. Der Nachhimmel über der Wüste, Polizeiautos die zu einer Schlucht fahren, ein Zwiegespräch am Cola-Automaten…wow! Das sieht richtig gut aus.
Schauspielerisch bewegen sich alle auf einem guten Niveau. Ed Harris sticht hier nicht nur optisch heraus, Kirsten Steward rockt als verrotzte Göre, Anna Baryshnikov bleibt in einer Nebenrolle lange in Erinnerung… dazu Katy O´Brian als sexuell offene She-Hulk in nicht-grün.Spielt man den Film ohne große Schnörkel runter, hat man einen Bockstarken Film, der einem stellenweise die Kinnlade offen stehen lässt. Leider (und vermutlich stehe ich mit meiner Meinung alleine da) überspitzt man die Dinge in unnötiger Weise. Die bemerkten spärischen Klänge und verspielten Synthie-Sounds lassen das Herz von Sci-Fi Liebhabern frohlocken, und lange wird auch mit der Kraft des Ungewöhnlichen koketiert.
Wenn dann aber im letzten Drittel die Dinge zunehmend eskalieren, wird der Film aber völlig gaga. Übermenschliche Phänomene werden zelebriert, um sie dann lapidar mit einem ausgestreckten Mittelfinger fallen zu lassen.
Das mag zwar an einigen Stellen visuell beeindrucken, bietet der Regisseurin im Nachgang aber immer die Möglichkeit zu sagen, es sei ja alles nicht ernst gemeint. So schade!Kritiker schwärmen vom Romantikfaktor des Films und sehen hier, dass die Kraft der Liebe zu allem fähig macht. Das ist aber eine sehr eingeschränkte Sichtweise, und ohne zu viel verraten zu wollen: Im Grunde zeigt der Film, dass Liebe eher im Weg steht, als dass sie förderliche Dienste leiste.
Niemand in diesem Film tut etwas Gutes, was ihn zuweilen auch etwas unangenehm zu schauen macht. Doch ähnlich wie bei „A Killers Romance“ will man menschliche Abgründe mit oberflächlichem, plattem Humor begegnen.
Das mag hier tatsächlich in der einen oder anderen Szene als schwarzhumorig anmuten, will dabei aber das Motiv der Guten Tat zelebrieren. „Three Bilboards…“ hat einmal aufgezeigt, wie sich ein schweres Thema mit fluffigem Humor auflockern lässt, ohne dabei zu vergessen, wie ernst die Dinge sind.
Bei „Love lies bleeding“ scheint mir der Versuch erst gar nicht unternommen worden zu sein.Wer nach prominenter Kritik hier einen Romantik-Thriller erwartet, in dem Liebe im Zentrum der Geschichte steht… blablabla, das wird eine große Enttäsuchung.
„Love lies bleeding“ ist für jene, die keine Erwartungen haben und offen für schräge Filmkunst sind.
Vielleicht ärgert mich hier auch die unreflektierte Sicht auf Drogen und ihrer Auswirkungen – Spritz dir, was du willst: solange du liebst, ist doch alles gut… oder wie?Auch wenn es sich hier anders lesen mag, halte ich „Love lies bleeding“ für einen, in sehr vielen Momenten, starken Film. Das „Ätschi Bätschi“ zum Ende hätte man sich verkneifen können, das war unnötig. Allerdings hängt es möglicherweise auch damit zusammen, dass ich Drogenwitze in keinen Film witzig finde – auch wenn man hier besonders skuril damit winken möchte, mich lockt es nicht.
Dadurch werden aus starken 8/10 leider (immer noch gute) 7/10
25. Juni 2024 um 14:01 #243458A Killer Romance (aka: Hit Man)
Gary unterrichtet Philosphie und Psychologie an einer Uni. Dabei ist er stets wohlwollend, um die richtigen Worte bemüht, etwas schusselig, wenig impulsiv und weiß sich nur schwer durchzusetzen. Leicht an der Einführung zu erkennen, in der der halb gefüllte Hörsaal gelangweilt in die Hefte krickelt.
Geschieden ist er auch – im Guten natürlich.
Er lebt alleine mit zwei Katzen und arbeitet nebenher bei einer Undercover-Unit der Polizei als Tontechniker.Eines Tages wird der feste Undercover-Cop Jasper suspendiert und Gary soll als Fake-Hitman einspringen.
Selbstverständlich gelingt das super, und so wird er fortan in den nächsten Dutzend Fällen eingesetzt.
Als er dann als Killer Ron Madison gegenüber sitzt, die ihren Mann getötet wissen möchte, weicht Gary von seinem Erfolgskurs ab.
Eine „heiße“ Affäre zwischen Ron und Madison ist die Folge… bis sich die Dinge merkwürdig verändern.Glen Powell als Gary/Ron scheint viel Lob zu bekommen. Das verwundert mich arg, denn mehr als eine Hülle ist im gesamten Film kaum zu erkennen. In seiner Kunst hätte ich ihn lieber in 80er Jahre Serien ala „A-Team“ gesehen [man denke da an Dirk Benedict].
Die in die Story reingedichtete Vielschichtigkeit ist – auch aufgrund (noch) fehlender schauspielerischer Finesse, zu erahnen, aber nicht wirklich zu spüren.
Wer den Trailer kennt, weiß ohnehin, wohin die Reise geht. Wer ihn nicht gesehen hat, wird sich nach spätestens 30 Minuten (von insgesamt 115) im Klaren darüber sein, was da eigentlich los sein wird.Schauspielerisch ist der Cast hier ungefähr so unstet wie der Regisseur, der nicht so richig weiß, ob er eine Komödie oder einen Krimi gedreht haben möchte. Beides zusammen? Na ja, dafür fehlt der nötige, spitze Humor (er muss ja nicht zwingend schwarz sein). Zu erwähnen ist vielleicht noch Austin Amelio (Der Bügeleisenmann aus „Walking Dead“ und „Fear the…“). Nebst der, meist, übertrieben spielenden Adria Arjona erahnen wir hier am ehesten, dass da ein Mensch mit Gedanken und Emotionen vor einem steht.
Es wird viel gesprochen, was ich eigentlich loben möchte. Allerdings sind die Dialoge oftmals arg bemüht.Das Kostümtheater von Gary ist häufig peinlich (knapp an lustig vorbei), die Pointen sitzen dennoch manchmal. Allerdings sind sie in der Handlung häufig deplaziert. Knisternde Erotik mit einer Femme Fatale? Na ja, Ansichtssache.
Und dann noch das Ding mit dem doppeltem und dreifachen Boden… man will es eben mit dunklerem Humor um die Ecke bringen. Überraschend bleibt dann höchstens das muntere Fazit am Ende des Ganzen – übrigens basierend auf einer real existierenden Person (jaja).„A killers romance“ ist als romantischer Krimi viel zu zahm. Schauspieler in ständiger Komfortzone und darum bemüht, für TikTok-Clips richtig toll in Pose zu stehen. Romantik spürt man in keiner Sekunde (ok, vielleicht bin ich da auch zu altmodisch, und „Romantik“ ist dann eben die Flugbegleitung ohne Höschen). Spannung wird rar gesät, denn tatsächlich ist der Plot um eskalierende Gefühle so sehr in den Hintergrund gedrängt, dass man überrascht ist, wenn das Fass aufgemacht wird.
Somit bekommt man einen „OK“ Film. Tut nicht weh (es sei denn, man erwartet den vielfach hoch gelobten Film), reißt aber auch nicht aus dem Hocker.
5/10
13. Juni 2024 um 22:51 #243274Sting (Sneak Preview)
Uh, ein Horrorfilm in der Sneak – dazu mit einer Spinne als Gruselmonster! Für gewöhnlich sind unter diesen Voraussetzungen nach 15 Minute die Hälfte der Plätze leer… Die Saalflucht hielt sich dieses Mal aber in Grenzen.
War der Film tatsächlich so gut?Die 12jährige Charlotte langweilt sich zu Hause. Ihr Vater ist früh aus ihrem Leben ausgeschieden, dem Stiefpapa begegnet sie erwartungsgemäß patzig. Mama hat mit ihm ein Baby… beide wollen (müsssen) arbeiten, regelmäßiger Zoff über die Zuständigkeit des Babysittens stehen an der Tagesordnung.
Zum Glück wohnen sie in einem Mietshaus mit großen Lüftungsschächten. Durch die schleicht sich Charlotte in fremde Zimmer und entwendet Gegenstände.
So gerät sie auch eines Tages an eine Spinne (aus dem Weltall!), die sie fortan als Haustier im Glas hält.
Der stetige Hunger des Tieres und der einhergehende Wachstum der Spinne machen ihr keine Sorgen.
Eines Nachts aber kann sich „Sting“ befreien und sucht im Haus nach Opfern, um ihren Hunger zu stillen….Klingt nun nicht nach dem großen Wow-Faktor. Tatsächlich ist die Story Banane.
Im Grunde gefällt mir der behäbige Start, in der die Situation um Charlotte und ihrer Familie beleuchtet wird. Ermüdend wirkt es aber dann, wenn sich die jeweiligen Situationen immer wieder wiederholen.
Die Backstories der anderen Hausbewohner sind skuril und sollen in der einen oder anderen Szene die Stimmung auflockern.
Das gelingt hier und da, die Szenen mit dem chinesischem Mieter z.B. haben mir gefallen.Die Kills sind teils blutig und gut in Szene gesetzt. Mit Beginn des letzten Drittels war ich überrascht, ob der Entscheidung die der Film trifft… um mich dann ein paar Minuten später mit leisem „Ach so“ wieder zurückzulehnen.
Optisch ist die Spinne gut gelungen, die Kills wirken handgemacht, was im Grunde immer positiv auf das Seherlebnis wirkt.
Die Szenenbilder wiederholen sich leider zu oft, einige Übergänge aber sind gelungen.
Insgesamt war der Film aber zu dunkel. Natürlich will man damit in vielen Szenen einige Effekte platzieren, aber das war mir in Summe zu viel (möglicherweise auch ein Fehler des Vorführers… falls so etwas heutzutage noch möglich ist?)Die Schauspieler sind OK. Einige Szenen wollen ja dem „Ernst“ der Lage mit blutigem Humor kontern… da hilft es, wenn die Mimik der Agierenden nicht auf dem Punkt sitzt.
Zum Ende stand „Alien“ Pate für viele Szenen. Das lädt zum Schmunzeln ein und die Erinnerung an einen Klassiker des Kinos lässt den Schwurbel des hier Gesehenen leichter ertragen. Insofern ist die Flucht nach vorne möglicherweise die richtige Wahl gewesen.
Von der Tonalität hat mich „Sting“ oftmals an „Critters“ erinnert (kennt die hier jemand?). Eine putzige Schauergeschichte mit Gags und Kills am laufendem Band. Hier allerdings nicht so, denn die Familiengeschichte um Charlotte will ja möglichst ernst erzählt werden. Das gelingt, wie gesagt, nur mäßig.Letztlich stellt sich die Frage, ob Charlotte nervt oder gut in die Story integriert ist. Tatsächlich hatte ich Anfangs meine Probleme mit ihr, um nach einer fragwürdigen Entscheidung ihres Stiefvaters ihre Rolle mehr zu akzeptieren. Leider tut sie dann im letzten Drittel ebenso „weh“ wie alle anderen.
Kurz: „Sting“ ist wahrlich nicht so schlimm, wie ich ihn nach dem Trailer vermutet hatte. In einigen Momenten macht der Film Spaß, mitfiebern ist durch das flapsige Drehbuch leider nicht möglich.
Etwas zu dunkel abgedreht, dafür aber einige nette Effekte und Szenenbilder. Manchmal sitzt der Humor, manchmal stößt er mir sauer auf.
Insgesamt ganz ok, und das ist für Filme dieser Art schon fast ein Ritterschlag5,5/10
7. Juni 2024 um 16:46 #242920Morgen irgendwo am Meer (Sneak Preview)
Letzter Schultag, das Abi in der Tasche… wer sich hier nicht freut, muss irgendwas falsch gemacht haben.
So scheint es bei Konrad, der ein Auge auf Romy geworfen zu haben scheint, oder auch nicht?
Nun fragt er sie, ob sie mit ihm einen Roadtrip nach Lissabon machen möchte. Romys Freund Julian traut da seinen Ohren kaum. Noch weniger, als Romy ihm erklärt, dass dies eine OK-Idee sei.
So machen sich nun diese drei jungen Erwachsenen auf den Weg in den Süden – der schmollende und schweigende Konrad, die lebendig wirkende Romy und Julian, der sich in einem falschen Film wähnt.
Um das Dilemma auszugleichen hat Julian schließlich noch Nele bei einer Mitfahragentur eingeladen.
„Wie kannst Du jemanden mitnehmen, den wir nicht kennen“ poltert Romy los ehe Julian erwidert, den Kerl auf der Rückbank doch auch nicht zu kennen.
Und so sitzt man mit der hippen, nicht auf den Mund gefallenen Nele zu viert im Wagen.Puh, so holprig es klingt stolpert der Film tatsächlich in diese Prämisse hinein. Und während man noch darüber nachdenkt, wie so ein Quatsch denn funktionnieren soll, macht man in Frankreich halt.
Die Dinge entwickeln sich in teils vorhersehbare Ereignisse. Gut für den Einen, dumm für den Anderen.
Das ist nicht immer nachvollziehbar, einige Episoden des Films scheinen tatsächlich eher eine Jungs-Fantasie zu sein.
Dabei stützt man sich auf einen Jugendroman von Adriana Popescu. Wie der sich liest, weiß ich nicht.
Es scheint aber beinahe so zu sein, dass man den Film nach Kaptiln zu drehen versucht. Das funktioniert in dieser Form nicht wirklich. Einiges wirkt zu holprig und unrund.Selbstverständlich tragen die vier jungen Menschen bereits einen Rucksack mit belastenden Gedanken mit sich herum. Kennt man, wer von uns war nicht auch einmal jung. Dabei wiegen die unausgesprochenen Konflikte schwerer als die, die man sich gegenseitig auszusprechen wagt. (Wenn Romy andauernd von ihrer Helikopter-Mama jammert, weil sie es wagt, ihre Tochter anzurufen und zu fragen, ob der Trip OK sei…. uiuiui!)
Insgesamt steht die Geschichte auf einem wackeligen, sehr konstruierten und beinahe lächerlich anmutenden Konstrukt.
Dass das Kartenhaus nicht zusammenfällt, verdankt der Film den authentisch (nicht gut) agierenden Schauspielern. Sie tragen das Dilemma der Situation mit einiger Ironie und unbekümmerten Spiel. Das ist in Summe schön anzuschauen.
Was auch gefällt ist der Look des Films, der wohl eher aus Kostengründen nicht allzusehr gefiltert wirkt. Einige Szenen (und Drehorte) wirken wie aus den 80ern entnommen, dann laufen aber alle mit Smartphones um die Ecke – zerstört ist die IllusionNach dankbar kurzen 84 Minuten ist auch Schluss. Eine gute Entscheidung, auch wenn das Ende – so wie der Beginn – nicht unbedingt erwachsen schlüssig daherkommt.
Falls hier ein Frühaufsteher unterwegs ist – es folgen im und nach dem Abspann jeweils eine weitere Szene. Zur Beruhigung: Man braucht sie nicht zwingend. Sie runden die Geschichte aber mit einem Ergebnis ab.„Morgen irgendwo am Meer“ erinnert mich an Romane, die ich während meiner Abizeit lesen durfte. „Die Sache mit Christoph“ kommt mir da spontan in den Sinn.
Hier liegt der Fokus aber mehr auf Feel-Good, bzw. auf der Suche nach diesem Gefühl.
Anders als in „Absolute Giganten“, der das ähnliche Thema von Freundschaft und Abschied auf melancholische Art erzählt (und auch konsequenter zu Ende spielt), sollen die Figuren nicht zu sehr leiden.Das Unausgesprochene spricht dann nebenbei Julians Vater aus, als er zu ihm sagt „Du hast dein Leben, wir (die Eltern) haben unseres. Manchmal geht ein Plan nicht auf, das ist OK“
Mehr als der Rucksack der Vergangenheit, wiegt der Rucksack des Ungewissen auf ihnen. Was passiert nach dem Sommer? In welches Leben wird man „gehen“?
Dass diese Fragen, die sich viele junge Menschen in dieser Phase des Lebens stellen, nicht allzulaut ausgesprochen werden, ist dann tatsächlich eine Stärke des Films.„Morgen irgendwo am Meer“ hat einige inhaltliche und handwerkliche Patzer, dafür aber das Herz am rechten Fleck. Das möchte ich wohlwollend honorieren:
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